2011 Ägyptische Plagen

Morgen soll der Prozess gegen Hosni „Faro“ Mubarak beginnen, angeklagt u.a. wegen Korruption, Amtsmissbrauch und dergleichen. Schön und gut. In deutschen und europäischen Medien, die jahrzehntelang weggeschaut haben, wird das wohlwollend zur Kenntnis genommen, so als würde man ihnen einen Gefallen tun. Tut man vielleicht auch, nur welchen?

Als der US-Präsident noch George W. Bush hieß und dieser überfällig demokratische Reformen in Ägypten anmahnte, meinte die Kommentatoren, dass das mal wieder typisch sei für die Kurzsichtigkeit des ungeliebten Dabbelju. Wie kommt er auf solche Ideen? Araber und Demokratie? Geht doch gar nicht. Entspricht nicht der Stammestradition und ist letztlich unvereinbar mit dem Stolz der Clans und so weiter. Es könne nun mal nicht die ganze Welt nach amerikanischen Wunschvorstellungen gedeihen. Nach Obamas Rede als Präsident in Kairo klang das schon wieder ganz anders. Wichtige Signale habe er gegeben, die Hand zur Versöhnung gereicht, Anreize gegeben. Als dann im Winter 2010/11 dann doch „die Araber“ Interesse an Demokratie bekundete, auch in Ägypten, dann sprach man vom „arabischen Frühling“ in Anspielung auf den „Prager Frühling“, wohl vergessend, dass dieser Monate später vom Militär geschluckt wurde.

Nun haben die Ägypter seit einem Monat ihren „ersten demokratisch gewählten Präsidenten“ von der Moslembruderschaft, der Urmutter der islamistischen Terror-Bewegung. Der deutsche Außenminister Westerwelle warb als einer der ersten im Westen und mit am lautesten dafür, „al Ich-Wahn al muslimum(الإخوان المسلمون) das nötige (?) Vertrauen auszusprechen, die Hand zur Versöhnung zu reichen. SO als ob Westerwelle Obamas Cairoer Rede hörte und sich angesprochen fühlte. So als ob die Muslimbrüder etwa nur ansatzweise duldend gegenüber Schwulen wären.

Mubarak als Diktator anzuklagen mag man „den“ Ägyptern gönnen oder nicht. Nur wie war das als in Konflikten zwischen Israel und den Palästinensern Mubarak wiederholt Positionen der Palästinenser ergriff und die israelische Regierung verbal angriff? Wer sagte da, dass dieser Mubarak ein Diktator sei, im Monat mehr Islamisten tötet als Israel in zwei Jahren? Richtig, keiner von denen, die jetzt ihre Hälse wenden und den bösen Diktator entlarven wollen.

Und wer ist Mursi? Ein Islamist, angeblich geläutert, der aber noch nicht mal drei Wochen brauchte, um sich mit der Führung der Hamas zu treffen und ihr seine Unterstützung zusagte. Wer meint, dass dies eine demokratische Gesinnung verkörpert, ist auf eine primitive Art und Weise dämlich und naiv, dass man sich nur wundern kann. Dass die selben westlichen Politiker, die in Netanjahu einen „Hardliner“ sehen, die bärtigen Kröte als Verkörperung demokratischer Reformen feiern, macht fast sprachlos. Vom antisemitischen Motivationen abgesehen ist es eine Beleidigung der jungen und modernen Ägypter. Nicht genug, dass der faschistoide Ich-Wahn überhaupt zur WAHL ZUGELASSN WURDE, er trug auch den Sieg davon und die enttäuschten Demokraten müssen sich unter dem Beifall der westlichen Super-Demokraten aus den USA, aus Deutschland, aus der EU der Herrschaft der „Islamo-Faschisten“ beugen, die Minderheitenrechte negieren, Frauen unterdrücken und für alle Problemfelder der Tagespolitik nur den Koran anbieten können, der logischerweise klarregelt, wie man Kopten behandelt und Frauen und Arbeitslosigkeit und Trinkwasseraufbereitung und jüdische Nachbarstaaten, wie man den Tourismus belebt ohne zu viele Touristen zu köpfen, Wohnungsbau betreibt und immer wieder Afrikas Fußballmeister wird.

Was soll dabei herauskommen? Muhamed Hosni M. ist 83 und wird vor Gericht abschneiden wie andere Angeklagte dieses Alters. Um das vorherzusehen, muss man kein Prophet sein. Und die bärtige Kröte, die uns Westerwelle und Co. sanft ans Herz legen wird den Schulterschluss mit anderen Islamisten suchen, dumm nur, dass die alle gerade mehr oder minder ebenfalls mit domestischen Problemen zu tun haben. So scheinen ja auch Gaddhafis Tage an der Macht gezählt. Auch Gaddhafi wurde ja lange Jahrzehnte vor allen von linken, liberalen Intellektuellen hofiert. Nicht obwohl er gegen Israel war, sondern wahrscheinlich sogar deshalb. Als Ölmulti konnte er immer spendabel sein und förderte mit Unsumme jeden der versprach den „Judenstaat“ zu delegitimieren. Inzwischen ein Selbstläufer. Gaddhafi aber ist wie Mubarak definitiv ein Auslaufmodell, aber keines, dass sich einfach vor Gericht setzen lassen wird wie Mubarak. Dazu ist die Figur zu theatralisch. Also wird ihr Ende auch so ähnlich sein – vielleicht wie bei Sadam Hussein, der im Erdloch ergriffen wird, aber um sich schießt oder wie dereinst der Führer der deutschen, Adolfus Hitler, zerbissen vom eigenem Schäferhund.

Leid tun mir nur die freiheitsliebenden Ägypter, die vom Sandsturm in den Schlamm geraten. Wenn sie Glück haben, wird Mursi die Kröte von der nächsten Katastrophe abgelöst. Wie die Geschichte der Tora bereits sagt, reicht den Ägyptern ein Schlag nicht zum Lernen aus und auf Murksi wie nach dem Militärputsch 87 Pest kommen oder eine andere Bestie.

Wait and see. Israel tut jedenfalls gut daran,  sich von der blinden Dämlichkeit der aktuellen Islamisten-Reinwäscher die Faschisten zu Demokraten erklären wollen, nicht beeindrucken zu lassen. In ein paar Jahren wird es ihnen furchtbar (!!) peinlich sein.

Wetten ..???

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  1. Es hat nicht mal ein Jahr gedauert. Gut, dass auch Westerwelle Dank Abwahl verschwindet, was zugleich auch den Vorzug der Demokratie unterstreicht. Wir können dumme und gefährliche Politiker friedlich loswerden.


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